Статьи из журналов и газет о событиях в Leichtling

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menges
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Статьи из журналов и газет о событиях в Leichtling

Сообщение menges » 04 янв 2018, 23:08

Klemens(Ein katholisches Wochenblatt)1897-98, 1.Jahrgang. Mittwoch, den 1.Oktober 1897. Nr.1, Seite 12

Leichtling (Dekanat Kamenka.)
Ein furchtbares Unglück hat die Einwohner von Leichtling heimgesucht. Am Patrociniumfeste ihrer Kirche (24. August) erscholl ein Mark und Bein durchdringendes Geschrei im Dorfe: die Kirche stand in Flammen. Das Feuer brach kurz nach Beendigung des feierlichen Gottesdienstes aus und umfaßte sein Opfer so rasch, daß aus der Kirche nichts gerettet werden konnte, nicht einmal das Allerheiligste – hochgelobt in Ewigkeit! (Später ausführlicher).



Klemens (Ein katholisches Wochenblatt). 1897/98, Mittwoch, den 15.Oktober 1897. № 3, Seite 37-38.

Ein Opfer der Flamme.
Feierlicher Glockenklang verkündigte der Gemeinde Leichtling, (Filiale zu Hildmann, Dekanat Kamenka) dass die Festfeier ihres Kirchenpatrones , des hl. Apostels Bartholomäus, (24. August) begonnen habe. Freudigen Herzens strömten die Einwohner von Leichtling, wie die der umliegenden Dörfer, zum Festgottesdienste zusammen. Die Frühmesse wurde vom Hochw. Pfarrverweser des Ortes gehalten, die Supplicationsmesse vom Hochw. Pfarrer von Köhler Adolf Ulrich. Das Wort Gottes hörten die Gläubigen aus dem Munde des Hochw. Pfarrverwesers von Semenowka Josef Baumtrog, und das feierliche Hochamt brachte Gott dem Allerhöchsten der Hochw. Neopresbyter Josef Hein dar. Wie glücklich schätzten sich die Leichtlinger; denn noch nie war in ihrer Kirche eine solche Feierlichkeit abgehalten worden, da die Zahl der Priester dazu nicht vorhanden war. Gestärkt durch den Segen Gottes und viele auch durch den Empfang der hl. Sakramente, verließen die Gläubigen nach und nach das Gotteshaus. Nachdem die Kirchenvorsteher das verhältnismäßig „große Opfer“ gezählt hatten, begaben auch sie sich nach Hause, nicht ahnend, dass sie die hl. Stätte nicht mehr betreten würden. Ein furchtbarer Schrecken sollte bald alle erschüttern. Ungefähr eine halbe Stunde nach Beendigung des Gottesdienstes ging der Herr Oberschulz Balthaser Sänger, der neben der Kirche wohnt, aus seinem Zimmer in den Hof. Da kommen zwei Kinder in vollem Laufe daher gesprungen und schreien, wie sie nur können: „In der Kirche brennt es!“ In einem Nu stand B.Sänger auf der Kirchentreppe und sieht zu seinem größten Schrecken, dass die Rückseite des Hochaltars ganz in Flammen steht. Im Ersten Augenblicke verliert er die Geistesgegenwart, fasst sich aber bald und ergreift den Glockenstrang, um Hilfe herbeizurufen. Auf den ersten Schlag stürzen sich die drei jungen Priester – P.Ulrich war schon weggefahren – in die Kirche, um wenigsten das Allerheiligste - hochgelobt in Ewigkeit – zu retten. Doch zu spät. Der Altar stellt nur eine Feuermasse dar. Die Hitze zersprengt die Fenster, und in wenigen Augenblicken umarmen die Flammen ihr Opfer, um es sich nicht mehr entreißen zu lassen. Ein jeder von den drei Priestern ergreift eine Fahne und muss dann schleunigst den Raum verlassen. Das ist alles, was man retten konnte. Die Feuerwehr tut das Ihrige, ist aber den mächtigen Gewalten nicht gewachsen. Das Feuer ergreift auch das Schulhaus und verwandelt es in Asche. Die Blechplatten des Kirchendaches werden von der Hitze wie Papier zusammengerollt und vom Winde umher geworfen. Einige derselben fallen in die „Heugärten“, setzen dort den Brand fort und berauben die Gemeinde der Hälfte ihres Futters für das Vieh. Sechs Wirtschaften samt ihrer Frucht unterliegen ebenfalls der entfesselten Wut des Elementes. In ein paar Stunden welch` schreckliche Verheerungen im Dorfe ! Viel spricht schon der Dichter aus, wenn er sagt : „ In den öden Fensterhöhlen wohnt das Grauen.“ Allein in unserem Falle hat das Element „das Gebild der Menschenhand “ noch mehr gehasst; denn da sowohl die Kirche, wie auch die anderen Gebäude aus Holz waren, so sind sie auch bis auf das Fundament eingeäschert. –
Nachdem sich die Aufregung ein wenig gelegt hatte, wurde keine Frage öfters wiederholt, als die : „Wie ist das Feuer entstanden? Wie kam das?“ Leider vermag niemand darüber Aufschluss zu erteilen. Vermutungen werden allerdingst aufgestellt. Manche meinen, das unvorsichtige Umgehen mit dem Rauchsatz sei schuld an dem Unglück, andere ein solches Verfahren mit dem Auslöschen der Kerzen. Gewiss ist, dass es nicht vom ewigen Licht herrührt, denn das war noch ganz in Ordnung, als Sänger in die Kirche kam. Die arme Kolonie ! Sie hat jetzt die traurigen Folgen des Brandes zu tragen. *)
___________
*) Würde jemand von den Lesern zur Wiederanschaffung der notwendigen Kirchensachen der heimgesuchten Gemeinde ein Opfer überreichen, der darf sicher auf innigen Dank und herzliches Gebet rechnen. Die etwaigen Gaben sind zu senden nach folgender Adresse : Ст. Каменка, Саратовской губ. Село Пановка, свящ. К. Шенгейтер.
Den Ahnen auf der Spur

menges
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Сообщение menges » 15 янв 2018, 15:05

Klemens - Ein katholisches Wochenblatt. Mittwoch, den 28. Oktober 1897. Nr.5 Seiten 73-74

Korrespondenz.

Leichtling. (Gouv. Saratow).
Bei uns und in der Umgegend war während des ganzen Sommers große Dürre, wobei beständig noch starke Winde wehten, und es ist fast ein Wunder, daß es keine totale Mißernte gegeben hat.
Gesäet wird bei uns vorzüglich Weizen und Roggen, wenig Hafer und Gerste und ganz unbedeutend Hirse und Lein.
Die Ernte von allen Früchten ist im allgemeinen sehr gering gewesen.
Vom Weizen erhielt man ungefähr die doppelte Aussaat, vom Roggen kaum das Gesäete, vom Hafer und Gerste noch weniger und vom Hirse und Lein gar nichts. Nur einzelne Wirte, welche ihr Land schon im Herbste 1896 geackert hatten und bei der Bestellung des Saat 1897 das Land nur noch zu eggen brauchten, bekamen eine vorzügliche Ernte. Die Folge davon ist, daß in diesem Herbste schon ein namhafter Teil von Bauern ihr Land aufackern.
Verpachtet wird bei uns nur solches Land, welches hie und da liegen geblieben und nicht zur Verteilung gekommen ist.
Die Preise sind 3-4 R. für eine Dessjatine, je nachdem die verflossene Ernte war – gut oder schlecht.
Die Frucht wird meistens in Kamyschin verkauft, auch in den Mühlen von Werchnaja Dobrinka und Schtscherbakowka und an den Verkaufsstellen von Bannoje, Müller und Danilowka.
Die Preise sind ziemlich gut. Der Weizen kostet 87-92 Kop., türkischer Weizen kostet etwas über einen Rubel per Pud.
Obst gab es gar keins, denn die Raupen haben alles vernichtet. Kartoffeln und Kraut sind auch schlecht geraten.
Die Leute können ohne Unterstützung aus den Vorratshäusern, welche ziemlich gut bestellt sind, nicht durchkommen.
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